Internationale Fachpublikation würdigt Arbeit des Endoskopiezentrums Südbrandenburg
Dienstag, 13.10.2026
Das im Oktober 2014 von Professor Dr. Roland Reinehr und seinem Team gegründete Endoskopiezentrum Südbrandenburg am Herzberger Krankenhaus kann einen weiteren wissenschaftlichen Erfolg verzeichnen. Vor Kurzem wurde eine Studie unter Mitwirkung von Reinehr in der international renommierten Fachzeitschrift Endoscopy International Open veröffentlicht.
Die Arbeitsgruppe um Dr. Sara Moser vom Universitätsklinikum Augsburg untersuchte gemeinsam mit weiteren Fachkollegen die Behandlung früher Darmkarzinome mit der sogenannten endoskopischen Submukosadissektion (ESD) und vergleicht diese mit einer operativen Entfernung. Mit dem schonenden ESD-Verfahren können ausgewählte Tumore über ein Endoskop entfernt werden, ohne dass eine größere Operation erforderlich ist.
Bisher wurde empfohlen, nach einer endoskopischen Entfernung von auffälligem Gewebe zusätzlich eine Operation durchzuführen, wenn die anschließende Untersuchung des Gewebes bestimmte Risikomerkmale zeigte.
Eine Auswertung von Daten aus dem Deutschen ESD-Register, an dem auch das Herzberger Endoskopiezentrum beteiligt war, deutet nun darauf hin, dass eine solche zusätzliche Operation insbesondere bei älteren und mehrfach erkrankten Menschen keinen Überlebensvorteil bringt. Das bedeutet, dass in bestimmten Fällen auf eine größere Operation verzichtet werden kann. Das schonende endoskopische Verfahren kann helfen, belastende Eingriffe und mögliche Folgen, wie beispielsweise einen künstlichen Darmausgang, zu vermeiden.
„Ohne das hoch engagierte und qualifizierte Herzberger Endoskopieteam sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Chirurgie und Anästhesie wären solche Eingriffe nicht möglich“, betont Professor Dr. Reinehr. „Die kontinuierliche Weiterbildung und die Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien sind wesentliche Säulen einer modernen und qualitativ hochwertigen Behandlung.“
Bereits 2021 und 2024 veröffentlichte Reinehr gemeinsam mit Kollegen aus deutschen Endoskopiezentren Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit der ESD im Rahmen des Deutschen ESD-Registers. Die Ergebnisse erschienen in den international renommierten Fachzeitschriften Gastroenterology und Gastrointestinal Endoscopy. Die erneute Veröffentlichung unterstreicht die Bedeutung wissenschaftlicher Zusammenarbeit und moderner Behandlungsmethoden für eine möglichst schonende und hochwertige Patientenversorgung am Herzberger Krankenhaus.
Foto: Schw. Mareen und Prof. Reinehr bei einem endoskopischen Eingriff (Foto: A. Franke)