Beschreibung
Die Magen- und Darmspiegelung ist ein minimalinvasives Verfahren zur Untersuchung der Verdauungsorgane.
Symptome / Gründe
Spiegelungen werden durchgeführt, wenn Patienten anhaltende Beschwerden haben oder zur Vorsorge.
Magenspiegelung (Gastroskopie)
- starke Oberbauchschmerzen, Sodbrennen/saures Aufstoßen, unerklärlicher Gewichtsverlust, Erbrechen von Blut, Teerstuhl, anhaltende Übelkeit, Schluckstörungen, Eisenmangelanämie
Darmspiegelung (Koloskopie)
- Blut im Stuhl, Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Durchfall, Verstopfung), Bauchschmerzen / Krämpfe, unklare Gewichtsabnahme, Vorsorge ab 50 Jahren (bzw. früher bei familiärer Vorbelastung)
Diagnostik und Ablauf
Beide Untersuchungen nutzen ein flexibles Endoskop, eine biegsame Sonde mit Kamera.
Vorbereitung
Magenspiegelung
- nüchtern bleiben (mind. 6 Stunden vorher nichts essen)
Darmspiegelung
- der Darm muss am Vortag und Morgen der Untersuchung durch Abführlösungen komplett gereinigt werden
Untersuchung
- der Patient erhält meist eine Sedierung ("Schlafspritze") und bemerkt von der Untersuchung in der Regel nichts
- das Endoskop wird eingeführt, der Arzt betrachtet die Schleimhäute auf einem Monitor
Dauer
- 10–12 Minuten (Darm), kürzer (Magen)
erweiterte Diagnostik
- Gewebeproben (Biopsien) können schmerzfrei entnommen werden
Alternative
- Kapselendoskopie (vor allem für Dünndarm)
Therapie
Die therapeutische Endoskopie ermöglicht Eingriffe während der Untersuchung, ohne dass ein äußerer Schnitt nötig ist.
Polypektomie (Polypenentfernung)
- bei der Darmspiegelung werden Polypen (gutartige Vorstufen von Krebs) mit einer kleinen Schlinge entfernt
Blutstillung
- aktive Blutungen (z.B. bei Magengeschwüren) können gestillt werden
Fremdkörperentfernung
- Entfernung verschluckter Gegenstände
Erweiterung von Engstellen
- Aufdehnen von Verengungen in Speiseröhre oder Darm
Nach der Untersuchung (Nachsorge)
Nach der Untersuchung erholt sich der Patient in einem Aufwachraum.
unmittelbar danach
- Da Beruhigungsmittel verwendet wurden, ist man für 24 Stunden nicht verkehrstüchtig (kein Auto fahren).
Ernährung
- nach einer Magenspiegelung: nach Abklingen des Rachensprays trinken, bald wieder essen
- nach einer Darmspiegelung: oft leichte Kost, blähende Speisen vermeiden
- bei Polypenabtragung: ggf. am Tag des Eingriffs eher leichte/flüssige Kost
Beschwerden
- leichte Blähungen oder krampfartige Bauchschmerzen (durch verbliebene Luft) sind normal
Nachsorge nach Polypenentfernung
- ggf. für ca. 10 Tage keinen Alkohol und schwere körperliche Belastung vermeiden
Warnsignale
- bei starken Schmerzen, Fieber, Schwindel oder Blutabgang aus dem After unverzüglich den Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen