Blutstillungsworkshop in Herzberg: Wenn Fachwissen auf Praxis trifft
Dienstag, 28.07.2026
Wie lassen sich akute Blutungen im Magen-Darm-Trakt sicher, schnell und wirksam behandeln?
Genau dieser anspruchsvollen Frage widmete sich am 14.07.2026 ein praxisnaher Blutstillungsworkshop im Krankenhaus Herzberg. Organisiert und geleitet wurde der Workshop von Endoskopiefachschwester Mareen Reinehr. Teilgenommen haben zahlreiche Mitarbeitende aus dem pflegerischen Bereich der Endoskopie-Abteilungen Herzberg, Elsterwerda und Finsterwalde. Auch Mitarbeitende aus dem ärztlichen Bereich folgten gerne der Einladung nach Herzberg.
Zum Auftakt führte Schwester Mareen Reinehr mit einem Fachvortrag in das Thema ein. Im Mittelpunkt standen aktuelle Behandlungsmethoden bei plötzlich auftretenden Erkrankungen und Blutungen im menschlichen Magen-Darm-Trakt. Schon zu Beginn wurde deutlich, wie entscheidend nicht nur theoretisches Wissen, sondern vor allem routinierte, sichere Abläufe im Ernstfall sind.
Bevor die Teilnehmenden an die drei Workshop-Stationen wechselten, stand zunächst eine Kennenlernrunde auf dem Programm. Dabei wurden die einzelnen Stationen noch einmal vorgestellt und ihre jeweiligen Schwerpunkte erläutert. So entstand von Anfang an eine offene, kollegiale Atmosphäre, die den Austausch zwischen den Teilnehmenden und jeweiligen Standorten spürbar förderte.
Drei Stationen, ein Ziel: Mehr Sicherheit in der Praxis.
An der ersten Station ging es um die Platzierung eines Danis-Stents - eine wichtige Maßnahme, wenn herkömmliche Methoden der Blutstillung in der Speiseröhre nicht mehr ausreichen. Die Teilnehmenden konnten die Einlage praktisch üben - wahlweise unter Sicht oder abgedeckt. Gerade weil diese Methode vergleichsweise selten angewendet wird und nicht an allen Standorten des Elbe-Elster-Klinikums gleichermaßen zum Alltag gehört, war das Interesse an dieser Station besonders groß.
Die zweite Station widmete sich dem Abbinden von Blutungsquellen unter endoskopischer Sicht mittels Gummibandligaturen. Mithilfe eines Endoskops mit Kamera und Arbeitskanal wurde über den Monitor gearbeitet und geübt. Der unmittelbare Praxisbezug machte auch diesen Workshop-Teil besonders anschaulich und wertvoll.
Im dritten Abschnitt standen die Anwendung von Histoacryl- und Gewebeklebern sowie praktische Hinweise zu deren Handhabung im Mittelpunkt. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei der sicheren Durchführung, der korrekten Anwendung und den Anforderungen des Arbeitsschutzes.
Um die Übungen so realitätsnah wie möglich zu gestalten, hatten die Schwestern der Abteilung sogar zwei Schweinemägen vorbereitet, die dem menschlichen Organ in ihrer Beschaffenheit sehr nahekommen. Diese aufwendige Vorbereitung machte den Workshop besonders anschaulich und sorgte dafür, dass die Teilnehmenden die Verfahren unter nahezu echten Bedingungen trainieren konnten.
Austausch, Ausblick und ein herzliches Dankeschön!
Im anschließenden Abschlussdialog reflektierten alle Beteiligten das vermittelte Wissen, tauschten Eindrücke aus und sammelten Ideen für die Themen zukünftiger Workshops. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie wertvoll solche Formate nicht nur für die fachliche Weiterentwicklung, sondern auch für das standortübergreifende Miteinander sind.
Ein besonderer Dank gilt Schwester Mareen und ihrem Team für die engagierte Organisation und die liebevolle Rahmengestaltung. Dass sogar selbstgebackener Kuchen dazu gehörte, verlieh der Veranstaltung eine besonders persönliche und einladende Atmosphäre.
Neben dem fachlichen Gewinn war vor allem eines spürbar: Der Workshop schuf Raum für persönlichen Dialog, gegenseitiges Kennenlernen und die gemeinsame Erörterung, wie die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Standorten noch weiter verbessert werden kann. Genau darin liegt der besondere Wert solcher Begegnungen - denn starke Medizin braucht nicht nur Fachkompetenz, sondern auch ein starkes Miteinander.